Walserhaus ist in der Schweiz, Liechtenstein, sowie im Klein- und Grosswalsertal die Bezeichnung für ein historisches Blockhaus, das seinen Namen der Volksgruppe der Walser verdankt. Ein für alle Regionen typisches Walserhaus gibt es nicht. Die Erbauer haben auf ihren Wanderungen zwar die Bautechniken aus dem Oberwallis mitgenommen, die Bauweise jedoch in ihren neuen Lebensräumen jeweils den örtlichen Gegebenheiten angepasst.

Für den Bau wurden Vierkantbalken aus Lärchenholz von circa 16 cm Dicke verwendet. An den Ecken wurden die Balken verstrickt. Die Fugen wurden mit Moos abgedichtet, so dass man die Innenwände nicht vertäfern musste. Die unbehandelten hellen Balken färbten sich unter der Sonne mit der Zeit schwarz.

Wo es leicht spaltbare Granitplatten gab, wurden die Dächer damit gedeckt, so zum Beispiel in Törbel und in Vals. Diese Dächer sind oft auch heute noch im Originalzustand anzutreffen. Schieferplatten, wie sie zum Beispiel im Raum Ried/Brig verwendet wurden, hielten sich weniger lang. Noch weniger lang hielten sich die Schindeldächer, die unter anderem auch in Eischoll oder Silbertal verwendet wurden. In den letzten Jahrzehnten wurden die Originaldächer oftmals durch Ziegel oder Eternitplatten ersetzt. Vereinzelt wurden die Fassaden der Häuser mit gerundeten Holzschindeln bedeckt.

Da sich das Holz noch lange nach dem Bau verzog, wurden vertikale Elemente möglichst klein gehalten. Dies ist der Grund für die kleinen Fenster der alten Walserhäuser. Damit trotzdem genügend Licht einfallen konnte, wurden Zeilen aus mehreren Fenstern errichtet. Diese Fensterreihen wurden mit verschiedenen Friesen verziert, an denen sich oft das Alter des Gebäudes ablesen lässt. Bei Fensterrenovationen oder –vergrösserungen werden die Friesen oft zerstört.

Die Walserhäuser waren nur teilweise unterkellert. Wo Holz als Baumaterial fehlte, wurden die Häuser aus Stein errichtet.


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 © Esther Matzinger 2013